Onlinewelten Extraction Point Review
Veröffentlicht von Energy-drink am 12.11.2006, 00:11 Punkte:    (8 von 10) zugehöriger Link: http://www.onlinewelten.com/ Hits: 209 Sprache: Das wäre beinahe schief gegangen, in einer gigantischen Explosion vergeht ein ganzer Straßenzug. Die Druckwelle reist den tapferen Elitesoldaten von den Füßen und begräbt ihn unter einen Schuttberg. Die überlebenden Teammitglieder der First Encounter Assault Recon oder kurz F.E.A.R. kommen kurze Zeit später an und bergen das Teammitglied aus den Trümmern. Aus sicherer Entfernung beobachtet die Spezialeinheit das Spektakel. Aber sichere Entfernungen gibt es bei paranormalen Phänomenen nicht und schwarzhaarige Mädchen, dessen liebste Freizeitbeschäftigung Angst, Schrecken und Blutbäder zu verursachen ist, halten sich schon gar nicht an solche Beschränkungen. Nach einer kurzen Überblende ist der Black Hawk ziemlich unsanft in einer Häuserfront gelandet, wieder startet ein knallharter Kampf um das Überleben.
Das Addon zum preisgekrönten F.E.A.R. setzt die Story und die Spezialeinheit konsequent fort und setzt auf dieselben Spannungs- und Schockmomente, wie das Hauptspiel. Mit allerlei Waffen schleicht oder läuft man durch die überwiegend im Dunkeln liegenden Schauplätze. Direkt nach dem Absturz erscheint alles friedlich, die Replikanten – gegen die der Spieler zuletzt gekämpft hat – sind in sich zusammengesunken und bewegen sich nicht mehr - bis der Spieler eine Kirche betritt. Dort erwartet bereits Paxton Fettel den Soldaten und schon beginnt das schöne Katz und Maus-Spiel aus dem Hauptspiel von vorne. Die Replikanten erwachen wieder zum Leben und setzen alles daran, dem Spieler das Leben zur Hölle zu machen. Natürlich taucht an allen Ecken und Enden das kleine schwarzhaarige Mädchen auf und lässt keine Sekunde außen vor, dem Spieler einen Schreck nach dem Anderen zu verabreichen.
Viele Änderungen, außer natürlich der komplett neuen Kampagne, bringt Extraction Point nicht mit sich. Natürlich gibt es neue Waffen, insgesamt zwei Stück an der Zahl. Mit der TG-2A-Mingun kann man auf kurze und mittlere Entfernung die Gegner mit großkalibrigen Geschossen in die Mangel nehmen, da dass Magazin unendlich viele Schuss in sich aufnimmt, muss man nie nachladen. Der Typ-12-Laserkarabiner schießt einen gebündelten Lichtstrahl ab und schneidet sogar hübsche Muster in die Wand. Außerdem gibt es zusätzlich ein freiplatzierbares Geschütz, das Gegner automatisch unter Feuer nimmt, sobald es einmal aktiviert wurde. Einer der größten Kritikpunkte des Hauptspiels wurde etwas verbessert, beschwerten sich die Spieler noch über die wenigen verschiedenen Gegnertypen, wurde die Auswahl nun ein wenig aufpoliert. Die Replikanten haben nun auch Kampfanzüge mit weißem Stich, es laufen dickgepanzerte Klone durch die Levels, die einen Schild mit sich herumtragen und zusätzlich gibt es gigantische Roboter, die Autos in die Richtung des Spielers treten.
Ansonsten ist alles beim alten geblieben, die zahlreichen Kämpfe präsentieren sich spannend und sehr fordernd. Die Gegner haben nichts von ihrer hervorragenden künstlichen Intelligenz eingebüßt. Wenn es möglich ist, versuchen sie dem Hauptdarsteller einzukesseln oder optimal in den Rücken zu fallen. Die Bösewichte schmeißen Tische um, suchen hinter Kisten und Mauervorsprüngen ihre Deckung und geben sich gegenseitig Feuerschutz. Die Gegner reagieren nun auch auf den Schein der Taschenlampe und warnen sich vor den näher kommenden Spieler. Merklich wurde auch der Trefferquotient erhöht, die Replikanten treffen nun deutlich besser als im Hauptspiel. Dadurch wird der Schwierigkeitsgrad stark angezogen, wenn aber auch nicht auf das Unmögliche hochgeschraubt.
Die Grafikengine, die nun bereits ein Jahr alt ist, sieht immer noch sehr gut aus. Dafür sorgen auch einige kleinere Verbesserungen. Besonders die Partikeleffekte wurden stark aufgebessert und sorgen für noch realistischere Kämpfe. Das merkt man insbesondere bei Feuergefechten auf engsten Raum. Überall fliegen Trümmer von den Wänden, Papierfetzen wehen durch den Raum und Qualm- und Staubwolken steigen auf. Dabei sind alle eben erwähnten Elemente auch für das Gameplay wichtig, zum einen platzen nun auch von Säulen ganzen Brocken aus dem Beton, sodass man durchaus langsam seine eigene Deckung verliert und zum anderen versperren Papierfetzen und Dreckwolken die Sicht. Die Explosionen wurden nochmals stark aufgebessert und überzeugen mit mehr Volumen, genial und realistisch sind auch die dabei entstehenden Trümmerwolken, die Spieler und Gegner orientierungslos werden lassen. Einziges Manko bleibt das leicht triste Leveldesign. Die einzelnen Abschnitte sind etwas zu lang und bieten nicht genug Abwechslung, ganz davon abgesehen, dass man das Eine oder Andere bereits in F.E.A.R. gesehen hat.
m Gegensatz zum Leveldesign, sind Sound und Musik wieder vom aller feinsten. Obwohl die Voreinstellungen zu Beginn nicht optimal sind und die Lautstärke der Musik manche Wort- und Satzfetzen einfach verschluckt. Dies lässt sich zum Glück in den Optionen beheben. Die vielen Schockeffekte werden entsprechend mit schneller Musik und geschickten Soundeffekteinsatz verstärkt und sorgen für eine Gänsehautatmosphäre allererster Güte. Die Gefechte gestalten sich dank glasklaren Explosions- und Feuereffekten als äußert spannend und bedrückend. Genau so muss es in einem Horrorshooter sein.
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